Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt jedem Haushalt in Deutschland einen Notvorrat für mindestens 10 Tage. Die meisten Menschen haben: nichts davon.
Dabei ist es gar nicht kompliziert. Du musst kein Prepper sein und kein Lager im Keller anlegen. In diesem Artikel zeige ich dir genau was du brauchst, wie viel davon, und wie du am schnellsten startest — ohne viel Geld auszugeben.
Warum du jetzt anfangen solltest
Ein Blackout, ein Sturm, eine Lieferkettenkrise — die Gründe für einen leeren Supermarkt kommen schneller als du denkst. In Deutschland gab es allein in den letzten 5 Jahren mehrere regionale Versorgungsengpässe.
Im Ernstfall ist es zu spät. Die Regale sind leer, die Automaten ziehen kein Geld mehr, und deine Nachbarn haben dasselbe Problem wie du.
Ein Notvorrat kostet dich einmalig ein paar Stunden und ein paar hundert Euro — und gibt dir dafür echte Sicherheit.
Schritt 1: Berechne deinen Bedarf
Als Grundregel gilt: 2.000–2.500 kcal pro Person und Tag für einen Erwachsenen. Dazu mindestens 2 Liter Wasser pro Person und Tag (nur zum Trinken — für Kochen und Hygiene mehr).
Beispiel für einen 72h-Vorrat (3 Tage) für 2 Personen:
- Kalorien: 2.500 kcal × 2 Personen × 3 Tage = 15.000 kcal
- Wasser: 2 Liter × 2 Personen × 3 Tage = 12 Liter Trinkwasser
Empfehlung: Starte mit 72 Stunden, baue dann auf 10 Tage aus.
Schritt 2: Die richtigen Lebensmittel auswählen
Gute Vorrats-Lebensmittel erfüllen diese Kriterien:
- ✅ Lange haltbar (mindestens 1–2 Jahre)
- ✅ Kalorienreich
- ✅ Kein oder wenig Wasser zum Zubereiten nötig
- ✅ Du isst sie auch normalerweise (kein Sondermüll)
Die besten Vorrats-Lebensmittel:
Kohlenhydrate (Energie):
- Reis (lange haltbar, günstig, kalorienreich)
- Nudeln
- Haferflocken
- Knäckebrot / Zwieback
- Mehrkorncracker
Protein:
- Konserven: Thunfisch, Sardinen, Lachs
- Fleischkonserven (Corned Beef, Dosenwurst)
- Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen (Dose oder trocken)
- Nüsse (kalorienreich, lange haltbar)
Fette:
- Olivenöl / Rapsöl
- Nussbutter (Erdnuss, Mandel)
Sonstiges:
- Honig (theoretisch ewig haltbar)
- Salz, Zucker, Gewürze
- Trockenfrüchte
- Schokolade (Moral-Booster im Ernstfall — wirklich wichtig)
Schritt 3: Wasser einlagern
Wasser ist wichtiger als Essen. Ohne Essen überlebst du Wochen — ohne Wasser Tage.
Option A: Abgefülltes Wasser kaufen
Einfachste Lösung. 6×1,5-Liter Flaschen pro Person für 3 Tage.
Option B: Eigene Behälter befüllen
Lebensmittelechte Wasserkanister (10–20 Liter) mit frischem Leitungswasser befüllen. Alle 6–12 Monate austauschen.
Option C: Wasserfilter als Backup
Wenn der Vorrat aufgebraucht ist, kannst du mit einem Wasserfilter Wasser aus Bächen, Seen oder Regenwasser aufbereiten.
👉 Die besten Wasserfilter für den Blackout →
Schritt 4: Notfall-Equipment dazu legen
Essen und Wasser allein reichen nicht. Diese Basics gehören dazu:
- 🕯️ Kerzen + Feuerzeug / Streichhölzer
- 🔦 Taschenlampe + Ersatzbatterien
- 📻 Kurbelradio (Infos ohne Strom)
- 💊 Erste-Hilfe-Set
- 💶 Bargeld (Automaten funktionieren nicht)
- 🔋 Powerbank (Handy laden)
- ⛽ Campingkocher + Gaskartusche (Essen kochen ohne Strom)
Wer das alles in einem kompakten Rucksack griffbereit haben möchte, dem empfehle ich meinen ausführlichen Artikel:
👉 Der perfekte Notfallrucksack: Was wirklich reingehört →
Schritt 5: Richtig lagern
Ein Notvorrat bringt nichts, wenn er nach einem Jahr schlecht ist. Richtige Lagerung ist einfach:
- Kühl und dunkel lagern (Keller, Abstellkammer) — nicht über 20°C
- Trocken — Feuchtigkeit macht Lebensmittel schnell unbrauchbar
- Rotation: Ältere Produkte vorne, neue hinten — „First In, First Out“
- Mindesthaltbarkeitsdatum prüfen — 1× pro Jahr durchgehen
- Lebensmittel in luftdichten Behältern oder Originalverpackung lagern
Schritt 6: Den Vorrat testen
Einmal im Jahr einen „Blackout-Wochenende“ simulieren: 48 Stunden nur von eurem Vorrat leben, keinen Supermarkt, kein Lieferdienst. Das zeigt euch sofort, was fehlt.
Dein Einkaufszettel für den Start (72h, 2 Personen)
| Produkt | Menge | Ca. Kosten |
|---|---|---|
| Mineralwasser (1,5l Flaschen) | 8 Flaschen | ~8€ |
| Reis | 1 kg | ~2€ |
| Nudeln | 1 kg | ~2€ |
| Thunfisch-Dosen | 6 Stück | ~6€ |
| Bohnen-/Linsendosen | 4 Stück | ~4€ |
| Knäckebrot | 2 Packungen | ~4€ |
| Nüsse (gemischt) | 500g | ~5€ |
| Nussbutter | 1 Glas | ~4€ |
| Schokolade | 3 Tafeln | ~3€ |
| Kerzen + Feuerzeug | 1 Set | ~5€ |
| Gesamt | ~43€ |
Fazit: Fang heute an — nicht irgendwann
Du musst nicht perfekt vorbereitet sein. Du musst nur besser vorbereitet sein als gestern.
Kauf beim nächsten Supermarkt-Besuch einfach 5 Dosen mehr als geplant. Stell 6 Wasserflaschen in den Keller. Leg eine Taschenlampe in die Schublade.
Wer einen richtigen Notfallrucksack mit allem Wichtigen auf einen Griff haben möchte, findet hier meinen kompletten Vergleich:
👉 Notfallrucksack kaufen: Diese Modelle sind wirklich blackout-tauglich →