Im Blackout ist der Notruf oft überlastet. Krankenhäuser arbeiten im Notbetrieb. Rettungswagen kommen verzögert oder gar nicht. In diesen Situationen kann grundlegendes Erste-Hilfe-Wissen Leben retten — dein eigenes oder das deiner Familie.
Das wichtigste Erste-Hilfe-Equipment für den Blackout
Ein vollständiges Erste-Hilfe-Set gehört in jeden Haushalt. Im Blackout-Szenario besonders wichtig:
- 🩹 Verbandsmaterial: Pflaster (verschiedene Größen), Mullbinden, Kompressenverbände
- ✂️ Schere und Pinzette
- 🧴 Wunddesinfektion: Octenisept oder Betaisodona
- 💊 Schmerzmittel: Ibuprofen + Paracetamol
- 💊 Durchfallmittel: Loperamid (besonders wichtig wenn Wasserqualität unsicher)
- 💊 Antihistaminika (Allergiker)
- 🌡️ Fieberthermometer (ohne Strom: Infrarot oder Quecksilber)
- 🩺 Blutdruckmessgerät (batteriebetrieben) für Hochdruckpatienten
- 🫁 Beatmungsmaske für Mund-zu-Mund-Beatmung
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Die 5 häufigsten Notfälle im Blackout — und was zu tun ist
1. Schnittwunden und Verletzungen
Im Dunkeln passieren mehr Unfälle. Schnittwunden, Stürze, Verbrennungen durch Kerzen.
- Wunde unter fließendem Wasser spülen (Trinkwasservorrat nutzen)
- Mit Desinfektion behandeln
- Mit sauberem Verband abdecken
- Bei tiefen Wunden: Druckverband anlegen, Arzt aufsuchen wenn möglich
2. Verbrennungen (Kerzen, Kocher)
- Sofort unter kühlem (nicht kaltem) Wasser kühlen — mindestens 10–15 Minuten
- Keine Butter, kein Öl, keine Zahnpasta auftragen
- Blasen nicht aufstechen
- Bei großflächigen Verbrennungen (>1% Körperoberfläche): Notarzt
3. Dehydration
Besonders gefährlich für Kinder und ältere Menschen wenn Wassermanagement schlecht ist.
- Anzeichen: Kopfschmerzen, Schwindel, dunkler Urin, Verwirrtheit
- Behandlung: Langsam trinken — nicht auf einmal viel
- Elektrolyte zugeben: Prise Salz + Zucker ins Wasser (einfache Rehydrationslösung)
4. Unterkühlung (Winter-Blackout)
- Anzeichen: Zittern, verwaschene Sprache, Verwirrung, blasse Haut
- In warmen Raum bringen, nasse Kleidung entfernen
- Mit Decken einwickeln — von Rumpf nach außen aufwärmen
- Warme (nicht heiße) Getränke wenn bei Bewusstsein
- Nicht reiben — kann Herzkammerflimmern auslösen
5. Herzstillstand / Bewusstlosigkeit
- Notruf: 112 (auch wenn überlastet — versuchen)
- Bewusstlosigkeit + keine Atmung: Sofort Herzdruckmassage beginnen
- 30 Drücke (Mitte Brustbein), 2 Beatmungen
- Rhythmus: 100–120 Drücke pro Minute
- Nicht aufhören bis Rettungskräfte da sind oder Person wieder atmet
Medikamente im Blackout: Das musst du wissen
Wer regelmäßige Medikamente nimmt, muss vorsorgen:
- Vorrat für mindestens 4 Wochen zuhause halten
- Medikamentenliste ausgedruckt aufbewahren (Wirkstoff, Dosierung)
- Temperaturempfindliche Medikamente (Insulin etc.): Kühlung ohne Strom sicherstellen
- Apotheken-Notfallkontakt notiert haben
Erste Hilfe Kurs: Das lohnt sich
Kein Artikel ersetzt einen echten Erste-Hilfe-Kurs. Das DRK, DLRG und viele Volkshochschulen bieten regelmäßig Kurse an — ein halber Tag kann im Ernstfall Leben retten.
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