18:47 Uhr. Das Licht geht aus. Dein erster Gedanke: „Kommt gleich wieder.“
Drei Stunden später sind die Supermarktregale leer. Das Mobilfunknetz bricht zusammen. Der Wasserhahn ist still. Und du weißt noch immer nicht, wie lange das geht.
Was in den ersten 24 Stunden nach einem Blackout wirklich passiert — Stunde für Stunde — und was du in jeder Phase tun musst.
⚠️ Wichtiger Hinweis zur Notfallvorsorge
Dieser Leitfaden dient ausschließlich der allgemeinen Information zur Notfallvorsorge. Er ersetzt keine professionelle Beratung durch Fachpersonal und keine behördlichen Empfehlungen.
Im Notfall sofort handeln: Versuche immer, den Notruf 112 zu erreichen. Offizielle Empfehlungen zur Krisenvorsorge findest du beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Letzte Prüfung: Juni 2026.
| Zeitraum | Was passiert draußen | Deine Priorität | Status |
|---|---|---|---|
| Min 1–15 | Strom weg, allgemeine Orientierungslosigkeit | Kurbelradio an, Taschenlampen verteilen, Handy-Akku schonen | ⚠️ Beobachten |
| Std 1–3 | Hamsterkauf beginnt, Mobilfunk langsamer | Familie kontaktieren, Wannen & Töpfe mit Wasser befüllen | 🔴 Sofort handeln |
| Std 3–6 | Wasser wird knapp, Tankstellen geschlossen | Vorrat inventarisieren, Verbrauch rationieren | 🔴 Kritisch |
| Std 6–12 | Soziale Panik, Mobilfunknetz bricht ein | Zuhause bleiben, warme Mahlzeit mit Campingkocher | 🟡 Durchhalten |
| Std 12–24 | Heizungen kalt, erste Nacht ohne Strom | Schlafsäcke, Körperwärme nutzen, Radio laufen lassen | 🟡 Organisieren |
| Nach 24 Std | Behörden richten Notversorgungspunkte ein | Radio für offizielle Updates, Wasserstand neu beurteilen | 🟢 Stabilisieren |
Minute 1–15: Der erste Schock
Der Strom fällt aus. Lichter, Computer, Router — alles aus. Wer zuhause ist, greift zuerst zum Handy. Soziale Medien, Nachrichtenportale, WhatsApp — die meisten funktionieren noch, weil Mobilfunkmasten Notstrom haben.
Erste Reaktion der meisten Menschen: Abwarten. „War das nur bei uns?“ Der Blick aus dem Fenster zeigt: Auch die Nachbarn haben kein Licht.
Was du jetzt tun solltest:
- Kurbelradio oder Batterie-Radio einschalten → offizielle Informationen hören
- Handy-Akku schonen: Flugmodus an, Display-Helligkeit runter
- Taschenlampen hervorholen und verteilen
- Nicht in Aufzüge steigen
Stunde 1–3: Die Erkenntnis
Langsam wird klar: Das ist kein normaler Kurzausfall. Die Nachrichtenportale — wenn sie noch erreichbar sind — berichten von einem großflächigen Ausfall. Mobilfunknetz wird langsamer, weil alle gleichzeitig versuchen zu telefonieren.
In Supermärkten beginnt das erste Hamsterkaufen. Wer jetzt noch in den Laden geht, findet noch Wasser und Lebensmittel — aber nicht mehr lange.
Ampeln sind aus. Der Straßenverkehr gerät ins Chaos, besonders in Städten.
Was du jetzt tun solltest:
- Familie und wichtige Personen kontaktieren — solange das Netz noch geht
- Treffpunkt vereinbaren falls Handys ausfallen
- Wasserhähne aufdrehen und Wannen, Töpfe, Eimer befüllen — Leitungsdruck hält noch kurz an
- Kühlschrank und Gefrierfach geschlossen lassen (hält 4–6 Stunden)
- Bargeld aus dem Automaten holen — funktioniert vielleicht noch kurz
Stunde 3–6: Das Wasser wird knapp
Jetzt beginnt das erste kritische Problem: Die elektrischen Pumpen, die Wasser in höhere Stockwerke drücken, fallen aus. Wer im Erdgeschoss wohnt, hat noch etwas Restwasser. Ab dem 2. Stock aufwärts: Bald nichts mehr.
Krankenhäuser laufen auf Notstrom — Generatoren haben Diesel für 24–72 Stunden. Operationen laufen weiter, aber nicht-dringende Behandlungen werden verschoben.
Tankstellen sind geschlossen — die Pumpen brauchen Strom. Lange Schlangen vor den wenigen, die Notstromaggregate haben.
Was du jetzt tun solltest:
- Wasservorrat inventarisieren: Wie viel hast du?
- Wasserverbrauch rationieren: Nur Trinken und Kochen, kein Waschen
- Falls du einen Wasserfilter hast: Alternativen Wasserquellen identifizieren (Bach, Regenwasser)
- Nachbarn informieren und koordinieren — gemeinsam ist man stärker
👉 Wasserfilter für den Blackout: Welcher ist der beste?
Stunde 6–12: Soziale Dynamik kippt
Nach 6 Stunden beginnt Panik sich auszubreiten. Supermärkte sind leer oder geschlossen. Wer nichts zuhause hat, hat jetzt ein Problem.
Das Mobilfunknetz wird unzuverlässig — Masten gehen nach und nach offline wenn ihr Notstrom verbraucht ist. Kommunikation wird schwierig.
In Städten entstehen erste Menschenansammlungen vor Supermärkten, Behörden, Krankenhäusern. Die Polizei ist überfordert — ihre Kommunikationssysteme arbeiten auf Backup-Akkus.
Wer Medikamente braucht: Apotheken haben meist noch Notfallbestände, aber Rezepte können nicht digital geprüft werden.
Was du jetzt tun solltest:
- Zuhause bleiben wenn möglich — Straßen sind chaotisch
- Campingkocher aufbauen und warme Mahlzeit zubereiten (Moral wichtig!)
- Wichtige Dokumente (Ausweis, Versicherung) griffbereit legen
- Kerzen nur beaufsichtigt brennen lassen — Brandgefahr steigt
Stunde 12–24: Die erste Nacht
Die erste Nacht ohne Strom ist psychologisch die härteste. Dunkelheit, Kälte (im Winter), keine Ablenkung durch Bildschirme. Kinder sind unruhig, Ältere verängstigt.
Heizungen fallen aus — moderne Gasheizungen brauchen Strom für Steuerung und Pumpen. Im Winter sinkt die Raumtemperatur in schlecht isolierten Gebäuden innerhalb von Stunden unter 15°C.
Kühlschrankinhalte sind nach 12–24 Stunden nicht mehr sicher — abhängig von der Außentemperatur. Gefriergeräte halten bis zu 48 Stunden wenn sie voll sind und nicht geöffnet werden.
Was du jetzt tun solltest:
- Schlafen in einem Raum mit mehreren Personen → Körperwärme nutzen
- Warme Kleidung, Schlafsäcke, Decken rausholen
- Kühlschrank-Inhalt priorisieren: Was zuerst essen?
- Radio weiter laufen lassen für offizielle Updates
- Morgen früh Wasserstand neu beurteilen
Nach 24 Stunden: Was kommt als nächstes?
Nach 24 Stunden ist klar: Das ist kein gewöhnlicher Ausfall. Behörden richten Notversorgungspunkte ein — Wasser, Lebensmittel, medizinische Versorgung. Diese Informationen laufen über Kurbelradio und Lautsprecherwagen.
Wer gut vorbereitet ist, sitzt entspannt zuhause. Wer nicht vorbereitet ist, steht jetzt vor ernsthaften Problemen.
Der Unterschied zwischen Panik und Kontrolle
Alle Menschen in diesem Szenario haben denselben Blackout. Der Unterschied: Manche haben 3 Tage Wasser und Lebensmittel, eine Taschenlampe, ein Kurbelradio und wissen was zu tun ist. Die anderen nicht.
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Noch kein Wasservorrat? Lies auch: Trinkwasser aufbereiten ohne Strom
Noch kein Lebensmittelvorrat? Lies auch: Notvorrat anlegen: Schritt-für-Schritt Anleitung
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📚 Offizielle Quellen & Referenzen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) — Notfallvorsorge-Empfehlungen
- Technisches Hilfswerk (THW) — Katastrophenschutz in Deutschland
- Deutsches Rotes Kreuz (DRK) — Erste Hilfe und Katastrophenschutz
Letzte inhaltliche Überprüfung: Juni 2026
🐺 Wolf – Autor & Gründer blackout-ready.de
Wolf beschäftigt sich seit Jahren mit Krisenvorsorge und Prepping. Auf blackout-ready.de testet er Produkte aus eigener Erfahrung und zeigt, wie du dich und deine Familie auf den Ernstfall vorbereiten kannst — ohne Panikmache, ohne Schnickschnack.